Matthias Bartke, Bundestagsabgeordneter für Hamburg-Altona und die Elbvororte:

Wer Opfer einer Gewalttat wird, hat einen Anspruch auf Entschädigung durch den Staat. Mit dem neuen Sozialgesetzbuch XIV werden die Leistungen verbessert und die monatlichen Entschädigungszahlungen erhöht. Heute hat der Bundesrat dem Gesetz zugestimmt.

„Als Experte für das Soziale Entschädigungsrecht habe ich mich bereits in der letzten  Wahlperiode für eine Reform eingesetzt und freue mich, dass wir es nun geschafft haben. Besonders wichtig war mir, dass Oper schnelle und unbürokratische Hilfe erhalten.

Mit dem neuen Sozialgesetzbuch XIV erhalten erstmals auch Opfer psychischer Gewalt, wie Stalking oder Menschenhandel, einen Anspruch auf Leistungen. Im Gesetzgebungsverfahren haben wir klargestellt, dass insbesondere auch Opfer von sexuellem Missbrauch ein Recht auf Leistungen der sozialen Entschädigung haben.

Künftig werden bundesweit Traumaambulanzen für Opfer von Gewalttaten eingerichtet werden. Dort können Gewaltopfer unmittelbar nach einer Tat psychotherapeutisch behandelt werden. In Hamburg haben wir schon viele Jahre lang gute Erfahrung mit dieser Art von Akutversorgung gemacht. Die Traumaambulanz am UKE leistet wertvolle Hilfe für Opfer.

Ich freue mich außerdem, dass es künftig Fallmanager geben wird. Die Fallmanager unterstützen und begleiten Gewaltopfer bei allen notwendigen Antragsstellungen. Damit lassen wir Opfer auf ihrem Weg zurück ins normale Leben nicht alleine.“

Hintergrund

Die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahre macht es nötig, dass die Gewaltopfer Leistungen schneller und zielgerichteter als bisher erhalten. Dies ist eine wesentliche Folgerung aus dem verheerenden Terroranschlags vom 19. Dezember 2016 auf dem Breitscheidplatz in Berlin. Das Soziale Entschädigungsrecht, das auf dem im Jahr 1950 für die Versorgung der Kriegsgeschädigten, ihrer Angehörigen und Hinterbliebenen geschaffenen Bundesversorgungsgesetz basiert, soll sich zukünftig an den heutigen Bedarfen
der Betroffenen, insbesondere Opfer von Gewalttaten einschließlich der Opfer von Terrortaten, ausrichten. Das neue SGB XIV tritt zum 01.01.2024 in Kraft.