“Die Politik hier ist ziemlich am Brodeln”

Juhu Hamburg!

Ich hoffe, Hamburg genießt das Weihnachts-Vorfieber und die Weihnachtsmärkte werden fleißig besucht. Die vermisse ich hier nämlich ganz schön. Die Politik hier ist ziemlich am Brodeln – dank Donald Trump. Donald Trump ist der Meinung, man solle nicht nur alle Mexikaner loswerden, um Arbeitsplätze zu schaffen. Nun solle man auch noch alle Muslime rauswerfen, weil man ja nicht wissen könne, ob sie nicht Mitglieder des IS seien. Die meisten hier, mit denen ich darüber gesprochen habe, sind derselben Meinung wie ich: Rassistischer Idiot. Was ich heute ganz interessant fand, ist, was ein Schüler in meinem Deutschkurs gesagt hat. Dieser hat nämlich behauptet, Trumps Grundeinstellung ähnele sich doch sehr der von Hitler während dessen Kandidatur. Ich habe mir dazu ein paar Gedanken zu gemacht, das ist ja immerhin nicht ohne. Hitler ist ja kein gefeierter Name, weder in Deutschland, noch in Amerika.

Bildnachweis: LM Otero / Reuters (http://www.theatlantic.com/politics/archive/2015/07/theres-no-stopping-the-trump-show/399587/)

Bildnachweis: LM Otero / Reuters

Zunächst einmal muss ich dazu sagen, dass „Hitler-Vergleiche“ in Amerika schneller mal von den Lippen gehen, als dies in Deutschland passiert. Ich finde aber einen „Hitler-Vergleich“ kritisch, da er weder historisch haltbar und gerechtfertigt ist, noch würde er etwas an der berechtigten Kritik an Donald Trump und seinen Äußerungen ändern. Trotz allem bleibt festzuhalten, dass Trump mit allen Mitteln versucht, Aufmerksamkeit im Vorwahlkampf zu erhaschen, und das gelingt ihm mit seinen rassistischen Äußerungen recht gut. Ich habe das Gefühl, dass er mit solchen gefährlichen Kommentaren bewusst spielt, um auf Kosten von Minderheiten das Beste für sich und seinen Wahlkampf herauszuholen. In den Zielen, die er mit seiner gnadenlosen Effekthascherei verfolgt, erkenne ich die Inszenierungen eines gemeinsamen Feindbildes und eines zusammenschweißenden Angstszenarios wieder. Ich finde das ist nicht nur verächtlich, sondern sein ganzes faschistoides Denken über alles, was er persönlich als „unamerikanisch“ definiert, ist meines Erachtens nach traurig. Man sollte doch von der Geschichte lernen, dass Faschismus nirgendwo hinführt.

Über Mexikaner sagt er: „Sie bringen uns im Handel um. Sie bringen uns an der Grenze um. Und sie bringen uns bei den Jobs um“. Aus Angst vor dem IS und vor Terroranschlägen forderte er jüngst, einen Einreisestopp verhängen zu wollen, weil „Muslime weltweit außer Rand und Band geraten sind”. Er hatte wohl auch die Idee, Muslime mit Identifikations-Aufnähern kennzeichnen zu wollen – mit einem Halbmond-Zeichen. Diese Idee kam mir dann schon ein wenig bekannt vor.

Ich möchte noch einmal sagen, dass dies Gedanken von mir sind. Trump ist nicht gleich Hitler, aber man kann schon sagen, dass er in seinen Wahlkampfreden mit dem Image spielt. Dieses gefährliche Spiel fällt mir bei Trump immer mehr auf, und das nicht erst seitdem ein Mitschüler den „Hitler-Vergleich“ so in den Raum geworfen hatte. Für mich ist es ganz schwierig, mich hier so zu äußern, dass mich keiner missversteht. Falls doch oder falls sich Fragen ergeben, bin ich für Fragen offen.

Bye bye aus dem republikanischen Omaha

 

Marlena

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