Standpunkte

Was mich leitet:

Es sind zwei große Themen, die mich in meinem Leben immer wieder leidenschaftlich beschäftigt haben: Die soziale Gerechtigkeit und die internationale Politik.

Nach meiner Überzeugung muss eine Gesellschaft daran gemessen werden, wie sie mit ihren sozial Schwachen und Bedürftigen umgeht. Darum bin ich Sozialdemokrat. Kein Mensch ist unnütz. In unserem Land muss für jeden ein Platz sein, auf dem er gewollt ist.

Dabei ist mir die Arbeitsmarktpolitik ein ganz besonderes Anliegen. Arbeit bedeutet mehr als nur Geld verdienen. Arbeit strukturiert das Leben und gibt ihm einen Sinn – in Deutschland gilt dies ganz besonders. Arbeitslosigkeit und vor allem Langzeitarbeitslosigkeit sind daher in erster Linie schlimm für die Betroffenen. Neben den materiellen Sorgen führt Lang-zeitarbeitslosigkeit auch zu erheblichen psychischen und gesundheitlichen Problemen. Mein politisches Streben ist es daher, den von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen wieder zu einer sinnvollen und vernünftig entlohnten Tätigkeit zu verhelfen.

Besonders gilt dies für Menschen mit Behinderung. Für eine Behinderung kann man nichts. Behinderte Menschen sind daher verstärkt auf Strukturen angewiesen, die ihnen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und am Arbeitsleben ermöglichen. Die UN-Behindertenrechtskonvention hat ihnen in großartiger Weise Bestärkung gegeben, ihre Rechte auch lautstark einzufordern. Ihr immer noch überproportional großer Anteil an den Langzeitarbeitslosen zeigt uns aber, dass der Weg noch lang ist. Ich werde mich im Bundes-tag gemeinsam mit den behinderten Menschen für ihre Interessen einsetzen.

Die internationale Politik interessiert mich seit meiner Doktorarbeit über die Bundeswehr am Hamburger Friedensforschungsinstitut. Angesichts seiner furchtbaren Geschichte kommt unserem Land dabei eine besondere Rolle zu: Wir Deutschen sind alle immer noch mittelbar geprägt vom Zweiten Weltkrieg. Daher ist „Krieg“ ein Begriff, der bei uns mit Angst und Schrecken verbunden ist – und das ist gut. In anderen Ländern ist das keineswegs so – zum Beispiel in den USA oder Großbritannien.

Aus unserer Geschichte wissen wir umgekehrt aber auch, dass es Situationen gibt, in denen ein militärischer Einsatz als ultima ratio richtig ist. Es ist nicht auszudenken, was gesche-hen wäre, wenn die USA und die Briten sich im Zweiten Weltkrieg verweigert und nur auf ihre notwendigste Landesverteidigung beschränkt hätten. Daher gilt für mich: Es gibt Situationen, in denen sich gerade Deutschland nicht verweigern darf. Klar ist aber auch, dass In-terventionen durch die Bundeswehr immer nur im Konsens mit der Völkergemeinschaft ge-schehen dürfen – also durch ein UN-Mandat legitimiert.

Ich bin Vollmitglied in den beiden Bundestagsausschüssen für „Arbeit und Soziales“ und für „Recht und Verbraucherschutz“ und stellvertretendes Mitglied im „Auswärtigen Ausschuss“. Ich hoffe, dass es mir in der praktischen Ausschussarbeit zumindest ansatzweise gelingt, das umzusetzen, „was mich leitet“.