Restaurierung der „Otto Lauffer“ gesichert

Pressemitteilung

Hamburg, den 17. November 2015
Dr. Matthias Bartke, MdB
Wahlkreisabgeordneter aus Hamburg – Altona
Johannes Kahrs, MdB
Haushaltspolitischer Sprecher der SPD Bundestagsfraktion

Bund und Land finanzieren Sanierung denkmalgeschützter Barkasse mit 890.000 Euro

Auf Initiative der Hamburger Bundestagsabgeordneten Matthias Bartke und Johannes Kahrs stellt der Bund 400.000 Euro für die Restaurierung der ehemaligen Polizei-Dampfbarkasse „Otto Lauffer“ zur Verfügung. Die Mittel hierfür stammen aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz des Bundesministeriums für Kultur und Medien. Die Hamburger Wirtschaftsbehörde und die Kulturbehörde steuern 490.000 Euro für die Restaurierung bei. Die 1928 als Hafenpolizei VI in Betrieb gegangene Barkasse „Otto Lauffer“ wird nach der Restaurierung im Museumshafen Övelgönne ihr neues Zuhause finden.

Matthias Bartke: „Der Museumshafen Oevelgönne ist die tragende Säule des maritimen Erbes in Hamburg. Der rein ehrenamtlich arbeitende Verein ist auf private und öffentliche Zuwendungen angewiesen. Daher bin ich besonders froh, dass es uns nun gemeinsam gelungen ist, die dringend notwendigen Landes- und Bundesmittel für die Sanierung der Dampfbarkasse Otto Lauffer sicherzustellen. Die Otto Lauffer ist ein maritimes Juwel der Hochphase der Dampfschifffahrt. Als alte Hafenpolizei VI ist sie ein greifbares Stück hanseatischer Geschichte und Tradition und damit ein lebendiges Beispiel Hamburger Identität. Insofern erfüllt es mich auch ein wenig mit Stolz, dass ich als Altonaer Wahlkreisabgeordneter dazu beitragen kann, die Otto Lauffer in ihren zeitweiligen Heimathafen Oevelgönne zurückzuholen. Ich freue mich, dass sie damit der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht wird.“

Johannes Kahrs: “Alles was dampft oder segelt und der Hansestadt zu Ehre gereicht, ist förderungsfähig. Die Otto Lauffer ist hierfür ein perfektes Beispiel. Deswegen unterstütze ich das als haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.“

Andreas Schildhauer, Erster Vorsitzender Museumshafen Oevelgönne e.V.: „Als Eigner freut sich der Museumshafen natürlich ganz besonders über die zugesicherten Mittel. Das Schiff wird nun über den kommenden Winter von unseren ehrenamtlichen Mitgliedern für die Generalrestaurierung vorbereitet, die dann 2016 beginnen kann. Neben vielen schiffbaulichen Arbeiten wird die Otto Lauffer einen neuen Dampfkessel als Herzstück erhalten. Wir danken den Hamburger Behörden und den Abgeordneten Dr. Matthias Bartke uns Johannes Kahrs sehr für ihr erfolgreiches Engagement.“

Die Barkasse „Otto Lauffer“ ist nach dem Verlust zahlreicher Dampfschiffe heute ein seltenes Beispiel für den Dampfschiffbau der 1920er-Jahre. Im Vergleich zu den seltenen erhaltenen dampfgetriebenen Schiffen wie Eisbrechern oder Dampfschleppern ist sie als Dampfbarkasse bundesweit einzigartig. Seinerzeit von der Finanzdeputation Hamburg in Auftrag gegeben und bei der Hamburger Werft H.C. Stülcken & Sohn gebaut, besitzt die ehemalige Polizeibarkasse eine besondere Bedeutung für den Hamburger Hafen. Als über 40 Jahre aktives Hamburger Behördenschiff mit einem Aktionsradius von weit über 100 Kilometern auf der Elbe ist sie ein wichtiges Zeugnis des Hafenbetriebs von den 1920er Jahren bis in die späten 1960er Jahre. Nach der Ausmusterung wurde sie dem Museum für Hamburgische Geschichte übergaben. Bei der Inbetriebnahme als Museumsschiff erhielt sie zu Ehren des ersten Direktors des Museums den Namen Otto Lauffer.

„Die Otto Lauffer war 1969 der erste Museumsdampfer Deutschlands und besitzt alleine aufgrund dieser Geschichte eine hohe Bedeutung für die Traditionsschiffszene in Hamburg. Noch vor der Gründung des Museumshafens Oevelgönne wurde das komplette Schiff durch den damaligen Direktor des Museums, Walter Hävernick, in die Sammlung übernommen. Dabei ging es nicht nur um den Erhalt eines hafengeschichtlich wichtigen Objekts, sondern gleichzeitig um die Funktionsfähigkeit historischer (Dampf-)Technik durch Ehrenamtliche. Diese Idee war neu und ein Konzept, das seiner Zeit voraus war“, erklärt Bjørn Nicolaisen, Geschäftsführer des Vereins Museumshafen Oevelgönne e.V.

Anfang der 1980er Jahre wurde das Schiff bei Blohm + Voss aufwändig restauriert und galt als das bestrestaurierte Dampfschiff Deutschlands. Nach genau 75 Dienstjahren erlosch 2003 die Betriebserlaubnis des Dampfkessels, zwei Jahre später übereignete das Museum das Schiff dem Museumshafen Oevelgönne e.V. Die begonnene Komplettsanierung bei Jugend in Arbeit stagnierte 2010, seitdem ruhte das Projekt mit ungewisser Zukunft – bis heute.

Die „Otto Lauffer“ besteht zurzeit aus einem sanierten, aber vollständig entkernten Schiffsrumpf, einem irreparablen Dampfkessel und zahllosen Einzelteilen. Der Wiederaufbau in einen betriebsfähigen Zustand ist für den Verein eine große Herausforderung, die sorgfältig vorbereitet werden muss. Das gesamte Projekt wird mindestens ein Jahr Laufzeit haben.

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OTTO LAUFFER 2011 © Sammlung Museumshafen Oevelgönne eV

OTTO LAUFFER 2011 © Sammlung Museumshafen Oevelgönne eV

OTTO LAUFFER 1928 © Sammlung Museumshafen Oevelgönne eV

OTTO LAUFFER 1928 © Sammlung Museumshafen Oevelgönne eV

OTTO LAUFER 1969 © Sammlung Museumshafen Oevelgönne

OTTO LAUFER 1969 © Sammlung Museumshafen Oevelgönne

OTTO LAUFFER 1984 © Andreas Westphalen

OTTO LAUFFER 1984 © Andreas Westphalen

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